Es war wieder soweit – das nächste Abenteuer stand vor der Tür! Am 16.05.2019 ging es für mich, nach der Arbeit, wieder einmal zum Frankfurter Flughafen. Die Vorfreude ist immer besonders groß, denn bisher wartete immer eine neue Reise auf mich. Um 18:00 Uhr fuhr ich mit dem Zug von Krefeld über Duisburg nach Frankfurt. Ab dem Frankfurter Flughafen habet habe ich den Shuttle direkt zum Meininger Hotel/Hostel genommen. Hier habe ich schnell eingecheckt für die Nacht, denn mein Flieger ging erst am nächsten morgen. 

 

Nun stellt sich die Frage – wohin geht es denn überhaupt? 

 

Der Yukon ist eine der 12 Provinzen des Landes und liegt im Nordwesten Kanada’s neben Alaska. In dieser Provinz leben 39.000 Menschen und 28.000 Menschen davon in der Hauptstadt Whitehorse. 

In meinen letzten Blogs habe ich kaum Details zum Land Kanada gegeben, aber ich war selbst so fasziniert davon, dass dort oben so wenige Menschen leben, dass ich es mit aufnehmen musste.

 

Tatsächlich – heute vor einem Jahr – hätte ich niemals damit gerechnet, dass ich so schnell wieder in Kanada sein werde. Dieser Trip gab mir zum zweiten Mal – nach meinem Work & Travel Jahr 2017 – die Chance wieder nach Kanada zu reisen. Bereits im letzten Jahr im Oktober 2018 durfte ich wieder nach Canada reisen. 

Friday 17.05.2019

Um 10:00 Uhr hieß es „Ready for take off!“ Von Frankfurt aus flogen wir über Grönland, den Northwest Territories nach Vancouver. Ein toller Flug mit einer tollen Aussicht auf die wunderschöne Berglandschaft von Grönland! Das war schon beeindruckend, dies sieht man nunmal nicht alle Tage. Da mein Flug von Vancouver nach Whitehorse erst gegen Abend stattfand, hatte ich noch genügend Zeit, einmal in die City von Vancouver zu fahren. Da ich das ja schon vorher wusste, habe ich im vorhinein bereits mit Lennard, einem Freund von damals abgemacht, dass wir uns treffen. Pünktlich zur Mittagszeit, haben wir uns auf einen Kaffee in einem Café getroffen. Nicht nur Lennard habe ich dann wieder treffen können sondern auch seine Freundin Hannah. Tatsächlich saßen wir bestimmt so eine Stunde zusammen, obwohl die Mittagspause der beiden eigentlich nicht so lange dauert, oops! 😅 

 

Es blieb sogar noch ein bisschen Zeit für eine kurze Shoppingtour, bevor es wieder zurück zum Flughafen ging. Das bisschen Zeit habe ich genutzt um zu Roots zu gehen. Natürlich habe ich auch wieder mal etwas finden können – obwohl ich ja eigentlich nur gucken wollte! Es passiert einfach immer wieder😂

 

Gegen 22:30 Uhr erreichten wir Whitehorse Flughafen. Am Gate in Vancouver habe ich bereits ein paar der Mitreisenden getroffen, alle anderen habe ich dann in Whitehorse kennengelernt. Holger hat uns bereits erwartet und gab uns kurzerhand zwei Schlüssel für unsere Mietwagen. Wir teilten uns auf und fuhren gemeinsam zu unserem ersten Hotel. Ich muss ehrlich zugeben, ich war schon ziemlich kaputt. Aber ich habe es mir nicht nehmen lassen die erste kleine Tour – vom Flughafen zum Hotel – mit unserem Subaru „Yukon XL“ zu fahren Es war ein sehr langer Tag. In Frankfurt bin ich schon um 5:00 Uhr morgens aufgestanden und dann um 12:00 nachts in Whitehorse ins Bett gefallen. Durch die Zeitverschiebung von 9 Stunden, war das schon sehr anstrengend und ich war einfach nur platt. 

Saturday 18.05.2019

Der frühe Vogel fängt den Wurm oder so ähnlich. Dieser Spruch passte perfekt auf den neuen Tag. Mein Tag begann nämlich schon wieder um 5:20 Uhr, denn ich war wach und konnte nicht mehr schlafen – Hello Jetlag! Frisch geduscht, geschminkt und angezogen, saß ich überpünktlich um 7:30 Uhr am Frühstückstisch mit Holger. Kurz darauf trudelten auch die anderen ein. Nach einem leckeren, typisch nordamerikanischen, däftigen Frühstück ging auch schon das Programm los. 

Für den Vormittag standen mehrere Motorhomes und Site Inspections auf dem Plan. Als erstes besuchten wir kurz Fraserway, welcher seine zwei größten Standorte in Vancouver und im Yukon besitzt. Danach ging es weiter nach CanadaDream und GoNorth. Einen kurzen Stopp legten wir auch bei Driving Force, dem größten Mietwagen Anbieter in Yukon, ein. 

Als nächstes standen die Site Inspections auf dem Plan. Das Northern Lights Resort & Spa war als erstes an der Reihe. Die Inhaber sind zwei Deutsche, die sich dort mit dem Resort 2010 selbständig gemacht haben. Im letzten Jahr kamen 3 neue Häuser hinzu, die Sie nun auch ab diesem Sommer (also Sommer 2019) vermieten werden. Bis zu 14 Gäste können Sie aufnehmen, dann sind alle Properties (Häuser) belegt. Die Häuser eignen sich perfekt für das Beobachten der Northern Lights im Winter, das war auch die Idee hinter dem Resort.

Die zweite Site Inspection war beim Inn on the Lake, circa 30 Minuten südlich von Whitehorse entfernt. Die Unterkunft liegt direkt, mit eigenem Zugang, am Marsh Lake. Bis zu 22 Gäste können in der Unterkunft gleichzeitig übernachten. Es werden Pakete für 3-4 Tage angeboten, die Ausflüge für den Sommer/Winter, Wärme Klamotten für den Winter, Kanunutzung inklusive Transfer von/nach Whitehorse beinhalten. Auch gibt es die Möglichkeit in einem Ferienhaus mit bis zu 7 Personen zu übernachten.

Gegen 13:00 Uhr hieß es dann „ Lunch-Time“ am Airport Chalet. Hier hat bereits Tobias von Epic North auf uns gewartet. Er hat uns ein bisschen von seinem Produkt – Single or Multi Day Comfort and Premium tours – erzählt. Nachdem wir alle vom Lunch gestärkt waren, fuhren wir mit Tobi zum Miles Canyon Lookout und zum Miles Canyon selbst. Miles Canyon war vor allem in der Goldrush Zeit wichtig für viele Goldgräber. Im Miles Canyon sind viele Goldgräber angekommen, um Ihre Ware dort abzuliefern, um weiter transportiert zu werden. Eine Fahrt auf dem Yukon River war zu der Zeit – und ist es auch immer noch – sehr gefährlich, bei dem hunderte Menschen gestorben sind. Die Strömungen waren sehr stark, die sehr unterschätzt wurden. Heute erkennt man nur noch die Überreste der damaligen Zeit. Konservendosen liegen verteilt in der Umgebung – was man vielleicht auch als Müll betiteln könnte – ist hier aber passend und veranschaulicht die damalige Zeit. Anhand von Bildern kann man nur erahnen wie das zur damaligen Zeit abgelaufen ist. Eine wunderschöne Kulisse, die man auf jeden Fall besuchen sollte, meiner Meinung nach.

Nach der spannenden Tour fuhren wir zurück zu unserem Hotel. Kurz einmal frisch gemacht und es ging weiter zum Abendessen. Nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt lag das Restaurant Giorgio’s Cuccina. Vor Ort erwartete uns bereits Jessica, ebenfalls vom Yukon Tourism. Sie leistete uns Gesellschaft für den restlichen Abend.

Sunday 19.05.2019

Der nächste Tag startete bereits früh. Um 7:30 versammelten wir uns alle am Frühstückstisch. Heute stand mein Highlight dieser Reise auf dem Programm – nämlich der Kluane Nationalpark. Wir fuhren mit unseren zwei XL Yukon Suburban SUV’s über den Alaska Highway Richtung Haines Junction. Das Wetter war wieder super, denn wir konnten für den Tag strahlen blauen Himmel erwarten. 

llein die Autofahrt bis zum Kluane Nationalpark war für mich schon ein Highlight. Eine endlose Weite, kaum bis nahezu kein Verkehr. Vielleicht kamen uns circa 3 Autos auf dem Weg zum Park entgegen. Für mich total abgefahren und ungewohnt.

 So wenig Verkehr ist man als deutscher einfach nicht gewohnt und das erst recht nicht, wenn man sich wohlgemerkt auf einem Highway befindet. Nunja was die Kanadier als Highway bezeichnen ist für uns von der Geschwindigkeitsbegrenzung eher als Landstraße zu sehen. Die Maximalgeschwindigkeit ist hier – wenn man Glück hat – 110 km/h.

Je näher wir dem Kluane Nationalpark kamen, desto gigantischer, schöner und schneebedeckter wurde die Berglandschaft – für mich einfach nur wunderschön. Kurz vor dem Nationalpark konnte man bereits einen Blick auf die Berge des Parks erhaschen. Ich war ab dem Zeitpunkt bereits schon sprachlos und brachte nur noch das Wort „ WOW“ aus meinem Mund heraus. Somit konnte ich das eigentliche Highlight kaum abwarten.

Unser Ziel war der Flugplatz vor Haines Junction. Uns stand nun eine ca. 1 stündige Flugtour über den KLUANE NATIONALPARK – ja genau über diesen tollen Park – bevor! Ich war schon voller Vorfreude ohne eigentlich genau zu wissen wie es aussehen wird. Mit einer kleinen Chestner ging es dann auch los. Ich kam schon beim Start des Flugzeuges aus dem grinsen nicht mehr heraus. Wir überflogen drei verschiedene Gletscher, den Kaskawulsh Glacier, den Lowell Glacier und Dusty Glacier. Der Kaskawulsh Glacier sah aus als würden zwei Highways zusammenführen, obwohl es ja keine Highways sind. 

 

Auf dem Flug erwartete mich eine unendliche, unberührte Weite aus Berg- & Schneelandschaft die mit gigantische Eisschichten untermauert waren. Gletscher die einem Highway ähneln und einzelnen kleinen Seen mit traumhaften kristallblauen Farben. Sogar die Fußabdrücke im Schnee von Tieren waren von oben leicht zu erkennen. Man hat das Gefühl, man ist in einer anderen Welt versunken und ist zugleich mit der Natur vereint. Einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl!

Während des Fluges fragte uns der Pilot, ob noch alles in Ordnung sei, denn keiner von uns sagte auch nur einen Ton. Wir waren alle einfach so beeindruckt, das keiner in der Lage war etwas zu sagen. Selbst als wir wieder gelandet sind und Holger mir die Türe öffnete und fragte wie es gewesen sei, konnte ich nur antworten: „Einzigartig, WOW!

Diesen Flug kann ich einfach nur jedem empfehlen. Man kann das gar nicht in Worte fassen wie schön es war. Man muss es einfach selbst gesehen haben. Wenn ich an die Tour zurückdenke fallen mir folgende Worte ein: Traumhaft schön, atemberaubend, einzigartig, schneebedeckte Bergspitzen, unberührt, unendliche Weite, dickes Eis, Natur, WOW!

 

Nach diesem tollen Ereignis fuhren wir weiter nach Haines Junction. Viel Zeit, um die Ereignisse zu verarbeiten, blieb also nicht.

 

Wir waren mit einer Dame von Parks Canada verabredet, die uns die Otentiks vorgestellt hat. Die Otentiks sind eine andere Möglichkeit auf einem Campground zu übernachten. Es sind größere Zelte, die für bis zu 6 Personen ausgelegt wurden. Der Innenbereich ist ausgestattet mit Betten, einen Ofen und eine Sitzgelegenheit. 

Empfangen wird man über einen kleinen Balkon direkt vor dem Eingang. Zusätzlich gehört zu jedem Otentik ein Tisch mit Grillanschluss. Eine bequeme Art zu Zelten, ohne das Zelt aufbauen zu müssen. Diese Art von Camping nennt man meine ich (bin mir nicht 100% sicher) auch Glamping. Die Otentiks liegen nur wenige Gehminuten von dem schönen Kathleen Lake entfernt. Hier kann man tolle Bilder schießen, denn der Kathleen Lake befindet sich vor einem großen Berg, der sich je nach Wetter toll im See spiegeln lässt.  

Auf dem Rückweg nach Whitehorse haben wir noch zwei Zwischenstopps eingelegt. Einmal an der besten Bakery (Bäckerei) in Town für einen Kaffee und im Haines Junction Visitor Center. Hier haben wir uns einen tollen Film über den Kluane Nationalpark angeschaut, was nochmal ein toller Abschluss war. Dieser Film ist wirklich super und sehr sehenswert. Ich hatte Gänsehaut! Auch hat das Visitor Center einmal den Kluane Nationalpark in klein Format ausgestellt. So konnte man nach dem Flug sehen wo man vor ein paar Stunden noch drübergeflogen ist. Das fand ich ziemlich cool! 😊

Übrigens:

Unsere eigentliche Planung bestand darin, nach dem Besuch des Kluane Nationalparks, den Alaska Highway bis nach Beaver Creek zu folgen. Dort zu übernachten und dann am nächsten Tag über Alaska und über den Top of the World Highway nach Dawson City zu fahren. Vom Top of the World Highway ist Dawson City jedoch nur mit einer Fähre zu erreichen. Aufgrund dessen, dass die Fähre noch nicht fuhr – es war zu wenig Wasser im Yukon River-, mussten wir unseren Route umplanen. Somit ging es erst einmal wieder zurück nach Whitehorse.

 Tatsächlich weiß ich gar nicht mehr, wie wir auf die Idee kamen bei dem nächsten Stop anzuhalten, aber es hatte sich gelohnt. Holger führte uns nämlich zu einer Sleddog Farm (Hundeschlitten Farm). Für alle Hundeliebhaber unter uns war das ein reines Paradies. Für mich, als nicht so Hundefreund, eher weniger. Trotzdem war es spannend zu sehen, wie viele Hunde auf dieser Farm lebten. Hinzu kam, dass eine Hündin gerade Junge bekommen hatte, dass war dann auch für mich herzerwärmend.

 

Insgesamt leben 130 Hunde auf dieser Farm, nicht alle sind für das Schlitten fahren geeignet, aufgrund von Alter, Krankheiten oder anderer Interessen. Denn nicht alle Hunde sind daran interessiert einen Schlitten zu ziehen.

 

Für unser Abendessen trudelten wir alle gemeinsam bei Earl’s ein. Danach sind wir alle mehr oder weniger ins Bett gefallen, denn wir waren alle super geschafft vom Tag. Sicherlich lag es auch daran, dass ich schon morgens so früh wach war 😂

Monday 20.05.2019

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.Heute stand uns eine lange Fahrt bevor. Ungefähr 6 Stunden Fahrzeit. Unser Motto „Der Weg ist das Ziel“! Unser nächstes Ziel war: Dawson City. Aber mit meiner Autocrew war das gar kein Problem und die Zeit ging super schnell um, es fühlte sich nicht mal an wie 6 Stunden Autofahrt. Vielleicht lag es daran, dass wir mehrere Zwischenstopps eingelegt haben, mehrere Fahrerwechsel gemacht haben und wir einfach viel gequatscht – was auch sonst – und Musik gehört haben.

Übrigens Zwischenstopps. Unser erster Stop lag tatsächlich nur 1 Stunde von Whitehorse entfernt – der Fox Lake! Ein unglaublich schöner Lake, der aufgrund des Wetters, nämlich strahlend blauer Himmel und Sonne und kein Wind, sich von seiner beste Seite zeigte. Von der Straße aus, also unserer Perspektive, lag ein Berg im Hintergrund des Sees, der sich im See spiegelte, sogar die ringsherum stehenden Bäume spiegelten sich.

 Auf einem der Bilder die ich geschossen habe, sieht es so als hätte ich mich mit Photoshop ins Foto geschummelt. Wirklich. Faszinierend, was ein grandioses Wetter mit einer so tolle Aussicht ausmacht. Wäre es bewölkt gewesen, hätte man die Spiegelungen im See gar nicht gehabt. Wir hatten echt Glück.

 

Unser Auto verweilte auch noch einige Minuten vor Ort, denn das musste man einfach genießen. Ich war froh, dass ich erst einmal nicht der Fahrer war, so konnte ich das Gesehene erst einmal Revue passieren lassen. Ehrlich gesagt, kam ich aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. So oft hatte ich den Moment schon, obwohl ich ja erst 4 Tage wieder in Kanada war, dass ich einfach nur froh war, das alles miterleben zu dürfen. Kanada besser kennenlernen zu dürfen und was ein Glück ich auch hatte mit dem Wetter. Es hätte nicht besser laufen können bis dato, auch wenn der Trip ja noch gar nicht zu Ende war und ich nicht wusste was noch folgen wird. Einfach nur diese Dankbarkeit machte sich breit.

Nun ging es aber weiter. Nach nur einer halben Stunde Fahrzeit, stoppten wir erneut. Dieses Mal war es aber kein See an dem wir hielten, sondern wir machten eine P – Pause (auch Pippipause genannt), an der Braeburn Lodge. Hier gibt es riesen große Cinnamon Buns und wohl die leckersten im ganzen Yukon. Tatsächlich musste ich selber schmunzeln als ich geschrieben habe „die leckersten im ganzen Yukon“, denn wie wir ja wissen, ist die Provinz zwar groß, aber bei 😂

Anyways: Das mussten wir natürlich auch erst einmal testen. Sina kaufte einen der Buns und wir haben alle einmal probiert. Echt ein Riesen Teil, die kann man wirklich gut mit mehreren Leuten teilen und tatsächlich auch mehrere Tage von essen. Super süß, aber lecker. Viel kann man da meiner Meinung nach aber nicht von essen. Zumindest nicht auf einmal. ‚Ob man das jetzt zwingend ausprobieren muss, lasse ich einfach mal offen..

Eine weitere halbe Stunde verging und wir stoppten erneut. Direkt an der Straße lag wieder ein See, der Twin Lake, der quasi durch die Straße geteilt war (ich denke daher der Name). Auch hier stiegen wir aus, machten ein Fötöli und genoßen die Aussicht für ein paar Minuten. Ein Nachteil, wenn man auf der Durchreise ist, ist das man nur ein paar Minuten Zeit hat die Aussichten, Gegenden zu besichtigen und zu genießen. Aber so weiß man, wo man vielleicht noch einmal zurückkehren muss. Weiter ging es nach Carmarcks. Hier stoppt Holger wohl immer, wenn er nach Dawson City fährt, denn dieser Stop dient hervorragend mal wieder für eine kleine P-Pause und für einen kleinen Snack. Dieser Snack war dieses mal ein Eis der besonderen Art. Für mich gab es 2 Kugeln, einmal Tiger Tail und einmal Maple Walnut. Beides sehr lecker, wobei ich nicht einmal genau definieren konnte, wonach Tiger Tail schmeckte. Sah cool aus und war lecker, was will man mehr 😂

 

In nur 20 Minuten erreichten wir auch unser nächstes Highlight auf der Fahrt. Die 5 Finger Rapids. Von dem Aussichtspunkt konnte man die Rocks im Yukon River gut erkennen. Es gibt sogar die Möglichkeit einen kleinen Trail, der näher zu den 5 Finger Rapids führt, zu unternehmen. Das stand allerdings erst für den Rückweg auf dem Plan.

 

Nun dauerte es erst einmal etwas länger, circa 2 Stunden bis zu unseren nächsten P-Pausen-Spot. Die Moose Creek Lodge, eine Lodge aus mehreren Gebäuden. Im Hauptgebäude gab es die Möglichkeit die Toiletten zu nutzen, einen Kaffee zu trinken und es gab sogar einen kleinen Gift Shop. Ganz süß gemacht. Der Kaffee war allerdings nicht so lecker – oder auch einfach ekelhaft 😂, ziemlich wässrig. Auf dem Parkplatz trafen wir auf einen Bus voller weiteren Touristen – eher ungewöhnlich für den Yukon so viele Leut auf einmal zu treffen. Das war eine bunt gemischte Truppe aus Amerika. Wir wollten schnell weiter, denn wenn man einen Bus/Truck vor sich hat, ist die Wahrscheinlichkeit Wildlife zu sehen sehr gering. Busse und Trucks sind unfassbar laut und verschrecken die Tiere.

 

Übrigens Tiere, was ich total vergessen habe zu erwähnen – wie kann ich nur! 😂 Auf dem Weg zur Braeburn Lodge haben wir am Straßenrand einen Schwarzbären gesehen. Ganz langsam haben wir angehalten, um Bilder machen zu können. Ein solches Erlebnis ist einfach einzigartig. Tiere in freier Wildbahn zu sehen – wow! (Hier wären wir wieder bei meinem Yukon-Wort 😂) Einzigartiges Erlebnis, auch wenn es für mich nicht das erste Mal war, dennoch immer total aufregend!

 Ungefähr eine Stunde später lag rechts von uns der Dempster Highway der Richtung Inuvik führt. Kurze Zeit später oder davor, tatsächlich weiß ich gar nicht mehr so genau wo es war, gab es einen Lookout an dem wir anhielten. Von dort aus hatten wir einen ganz tollen Blick auf die Weite Richtung Tombstone Territorial Park. Hier blieben wir allerdings wirklich nur so lange, dass es für ein Foto reichte, denn der Bus folgte uns schneller als wir dachten. Wir hatten es auch bald geschafft, Dawson City lag nur noch eine halbe Stunde von uns entfernt. Endspurt! 🚗💨

Welcome to Dawson City!

 

Kurzer Check-in in unser Hotel, das Eldorado Hotel und eben frisch machen. Dann ein kurzer Sightseeing Walk und dann war auch schon Zeit für das Abendessen.

 

Mein erster Eindruck von Dawson City: Man fühlt sich absolut zurückversetzt in der Zeit. Man sagt ja, es gibt keine Zeitmaschinen, aber das Stelle ich ab sofort in Frage. Wenn man den Weg von Whitehorse nach Dawson fährt, fühlt man sich im hier und jetzt, trotz der vielen tollen Orte/Stops/Aussichten, in denen man sich verlieren kann. Aber wenn man nach Dawson City kommt, ist alles anders. 

Es gibt keine geteerten Straßen, es erinnert an den alten wilden Westen aus amerikanischen Filmen. Die Häuser sehen aus, wie eben diese typischen wilden Westen Häuser, für mich wie Pappwände, die angemalt wurden. Einfach ein absolut unbeschreiblichen coolen, gechillten Flair hat diese Stadt. Ich war total begeistert und kam aus meiner Begeisterung Überhaupt nicht mehr raus.

THE SPELL OF THE YUKON

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I wanted the GOLD and I sought it.

I scrabbled and mucked like SLAVE.

Was it FAMINE or SCURVY – I fought it.

I hurled my youth into a GRAVE.

I wanted the GOLD and I GOT IT.

Came out with a fortune last fall.

Yet somehow life’s not what I thought.

And somehow the GOLD ISN’T ALL.

Unser Abendessen dinierten wir im Aurora Inn. Es gab Rips mit Kartoffeln und Cowslaw (ein Salat aus Weißkraut, Möhren und einer Art Mayo – Dressing) – mhhh…love it! Neben dem leckeren Abendessen, gab es auch noch eine – für mich spontane – Site Inspection. Die Inhaberin des Aurora Inn’s zeigte uns noch ein, zwei Hotelzimmer. Ein echt schönes Hotel. Die Zimmer fand ich sogar schöner als die vom Eldorado, in dem wir übernachteten. Aber das ist ja auch alles eine Frage des Geschmacks.

 

Falls ihr euch fragt, wieso die zwei Häuser ganz rechts im Bild schief stehen, dafür gibt es einen bestimmten Grund: Die drei Gebäude waren mal ein Hotel, ein Fotostudio und ein Hardeware Store (von links nach rechts). Die drei Gebäude zeigen, was passiert, wenn ein Gebäude direkt auf gefrorenen Boden gebaut wird. Im Yukon herrscht permanenter Frost und durch die Wärme die sich im Haus bildet, schmolz der Boden unten drunter und es bildete sich Schlamm. Die Häuser verloren dadurch Ihren Halt und rutschten zusammen. Die drei Gebäude halten sich gegenseitig fest, wenn eins abgerissen werden würde, würden die anderen Häuser in sich zusammen fallen.

Um den Abend noch traditionell abzurunden, liefen wir nach dem Abendessen zum Downtown Hotel. Hier gab es den Sour Toe Cocktail – Saurer Zeh Cocktail. Ja hier ist der Name tatsächlich auch Programm. Ein Sour Toe Cocktail ist ein Schnaps indem ein echter Zeh schwimmt, den man dann so trinken muss.

 

Kurzer Input in die Geschichte: Zur damaligen Goldgräber Zeit, ist einem Mann der Zeh in der harten Winterzeit abgestorben. Er kam auf die Idee, sich selbst den Zeh abzuhacken und in Alkohol einzulegen. Vor circa 40 Jahren hat ein ehemaliger Barkeeper, den eingelegten Zeh im Einmachglas gefunden und nach einer durchzechten Nacht ist der Sour Toe Cocktail geboren. Der Zeh wird immer in Salz eingelegt, bevor er den Gästen kredenzt wird. Seitdem wurden schon mehrere Zehen für den Cocktail genutzt, da viele Zehen verloren oder gestohlen worden sind. Das Downtown Hotel hat schon 8 Zehen seither verloren und ist immer auf der Suche nach Spendern. 

 

Wenn jemand diesen Sour Toe Cocktail trinken möchte, gibt es einige Regeln die zu beachten sind: Denn es muss ein 40%-iger Schnaps sein, der Zeh muss beim trinken die Lippe berühren und der Zeh darf weder angebissen, angelutscht oder verschluckt werden. Wird eine dieser Regeln verstoßen, wird man kein Mitglied des Sour Toe Clubs. Hinzu kommt, dass man eine Strafe von mittlerweile $2500 CAD Zahlen muss, wenn man den Zeh verschluckt. 

 

Witzigerweise hat das auch einen Grund. 2013 hat wohl ein Gast geplant, den Zeh zu verschlucken. Damals war die Strafe nur $500 CAD und dieser Gast zischte den Schnaps inklusive des Zehs runter, legte die $500 CAD auf den Tisch und verschwand. Danach wurde die Strafe auf $2500 CAD erhöht. Ganz schön teuer so ein Zeh 😂

 

1973 war wohl auch der meist besuchte Abend, es waren 120 Menschen an einem Abend da. Im Normalfall sind es jeden Abend zwischen 50-90 Menschen aus der ganzen Welt, die den Sour Toe Cocktail trinken möchten. Der Mann der das ganze Prozedere mit einem macht, macht diesen „Job“ tatsächlich schon seit 6 Jahren. Ich finde der alte Mann passt wunderbar zu dem ganzen.

 

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen und musste natürlich auch diese Tradition unterstützen. Also habe ich es auch gewagt und habe mir einen Schnaps gekauft und mich angestellt. Angestellt deshalb, da der Bus – vom Vormittag, den wir an der Raststätte schon überholt hatten – auch sich gerade im Downtown Hotel den Sour Toe Cocktail bestellt hatten.

 

„You can drink it fast, you can drink it slow – but the lips have gotta touch the toe!“ – nach diesem Motto -> Cheers! 

 

Tatsächlich fand ich am schlimmsten den Schnaps 😂Der hat so gebrannt, dass ich mich danach erstmal schütteln musste. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich ziemlich nervös davor war den Schnaps zu trinken. Vor mir hat Sina den Cocktail getrunken und hat – aufgrund dessen, dass der Zeh am Glas unten kleben geblieben ist und sie das Glas geschüttelt hat und dabei versehentlich den Mund geöffnet hat – den Zeh im Mund gehabt. Das wollte ich auf keinen Fall, dass mir das passiert. Ihhh! 😂

 

Aber man kann sagen, es war ein spannender Abend 😋

Dienstag, 21.05.2019

 

Für heute stand etwas ganz besonderes auf dem Programm. Der Yukon ist bekannt für die Goldgräberei und heute durften wir etwas tiefer in die Geschichte eintauchen. Nach dem Frühstück wurden wir von einem kleinen Bus und unserem Guide für die Goldgräber Tour abgeholt. Der Weg führte uns zu dem Ort, wo damals alles angefangen hat und bis heute noch nach Gold gesucht wird. Neben der Besichtigung einer Dredge (was das ist, dazu komme ich gleich) stand auch das Gold Panning (Gold waschen) auf dem Programm.

Nach einer kurzen Autofahrt, circa 20 Minuten außerhalb von Dawson City, kamen wir am Bonanza Creek Discovery Claim an. 

 

> Es heißt, dass im Sommer 1896 George Carmack der erster Mensch war, der Gold gefunden hat und dadurch den Goldrausch zur damaligen Zeit ausgelöst. Wie es dazu kam, da gibt es verschiedene Geschichten, welche davon stimm – who know’s.

 

Als erstes haben wir die Dredge #4 besichtigt. Eine Dredge ist ein Schwimmbagger, der den Goldgräbern eine enorme Hilfe war, um nach dem Gold zu graben. Die Dredge #4 war der größte Wasserbagger seiner Zeit in North America. Mithilfe von großen Schaufeln – die an einer Kette angehängt wurden, um rotieren zu können – wurde Sand vom Boden ausgegraben. Wenn die voll beladene Schaufel oben angekommen war, wurde der Sand in eine Art Schleuse geworfen. Diese Schleuse funktioniert wie eine Siebtrommel. Durch das Schütteln wird das Gold vom Kies getrennt. Da Gold schwerer ist als Kies, fällt der Kies auf ein Fließband, welches den Kies nach draußen befördert. In so einer Dredge haben 3 Menschen gearbeitet. Einer war dafür zuständig, sicherzustellen, dass aus den Schaufeln nichts rausfällt. Der andere war dafür zuständig, sicherzustellen, dass kein Gold mit dem Kies nach draußen transportiert wurde und der dritte hatte die Aufgabe von oben alles zu koordinieren. 

Für den zweiten Teil der Tour war das Gold Panning (Gold waschen) geplant. An dem Claim 33 wurde uns gezeigt, wie früher Gold gewaschen wurde. Ich fand das super interessant, denn dadurch bekam man einen Eindruck wie hart und frustrierend das Goldwaschen wirklich war. Jeder von uns wurde mit einem Teller Kies ausgestattet. Wir versammelten uns um ein Becken gefüllt mit Wasser. Der Guide zeigte uns wie der Ablauf des Goldwaschens ist und danach waren wir an der Reihe. Und so ging es:

Man nimmt seinen Teller mit beiden Händen in die Hand und kippt den Teller ganz vorsichtig – mit dem Inhalt Richtung Wasser – etwas nach vorne, sodass der Kies an den unteren Rand rutscht. Dann taucht man – in dieser schrägen Haltung – ganz kurz und langsam den Teller ins Wasser, sodass man etwas Wasser im Teller aufnimmt und sich gleichzeitig der Kies etwas löst und ins Wasser fällt. Hier muss man aber sehr aufpassen, dass man nicht zu viel Wasser nimmt und den Teller nicht zu schräg hält, denn sonst verliert man seinen kompletten Kies und damit auch sein vermeintlich verstecktes Gold. Das Prozedere macht man solange, bis kein Kies mehr vorhanden ist. Das was übrig bleibt ist dann – wenn man Glück hat – Gold. Ganz kleine, feine Goldstücke nennt man übrigens Goldflakes. Die etwas größeren nennt man Goldnuggets.

 

Beim Gold Panning war ich hoch konzentriert, denn ich wollte auf gar keinen Fall meinen Kies verlieren und mein vermeintlich verstecktes Gold. Ich hatte auch Glück und ich habe es sehr sorgfältig gemeistert. Und siehe da – ich habe ganze 4 Goldflakes gefunden! Mein erstes, selbst gewaschenes/gefundenes Gold! 🎉🥳Das war vielleicht ein cooles Gefühl!!

Tatsächlich kann ich sehr gut nachvollziehen, warum die Goldgräber, nach einem Fund, im sogenannten Goldrausch waren. Es ist so mühselig Gold zu finden und wenn man dann etwas gefunden hat, fühlt man sich wie der King!👑 So wurde mir klar, dass die Goldgräber nach einem Fund so im Rausch waren und sich reich gefühlt haben, dass sie ihr ganzes Vermögen direkt ausgegeben haben – in Casinos zum Beispiel. Sogar ich war im absoluten Goldrausch.😂 Denn auf den Bildern erkennt man, dass ich den einen Ärmel von meinem Cardigan (Jacke) noch an habe und den anderen Ärmel ausgezogen hatte. Bevor ich mit dem Gold waschen angefangen habe, war mir warm und ich wollte den Cardigan ausziehen. Dann hatte ich aber plötzlich schon den Teller in der Hand, dass ich vor lauter Enthusiasmus vergessen hatte, den zweiten Ärmel ebenfalls auszuziehen. Mir ist es erst aufgefallen, nachdem ich die Fotos gemacht habe und mich gewundert habe, warum mir auf der einen Seite so warm ist und auf der anderen Seite nicht. Erst dann realisierte ich was passiert war. Die Aktion klingt absolut nach mir oder nicht? 😂

 

Es hat mir auf jeden Fall super Spaß gemacht! Man hat so viele Informationen zu dieser damaligen Zeit erhalten und dann das Gold waschen selber, war ein absolutes Highlight. Meine gefundenen Goldflakes durfte ich übrigens auch behalten 😏

 

Übrigens hat unser Guide uns davon erzählt, wo und wie er wohnt. Er wohnt auch in Dawson City, aber auf der anderen Seite des Flusses. Dort gibt es kein Wasser bzw. Strom. Also dort ist nichts mit Handy Empfang, Handy aufladen, Fernsehen oder ähnliches. Das bedeutet auch, dass er keinen Strom hat, um einen Kühlschrank oder ähnliches anzuschließen. Er hat sich dann einfach mal eben so, einen eigenen Kühlschrank gebaut. Wie etwas weiter oben schon mal erwähnt, herrscht im Yukon permanenter Frost. Unser Guide hat sich, einfach ein tiefes Loch gegraben und das so, dass er seine Lebensmittel gut aufbewahren konnte. Ich fand das total faszinierend und clever! Bester Kühlschrank!

Wie ich schon geschrieben hatte – etwas weiter oben – war unsere Reise durch den Yukon ja anders geplant, als wir sie letztendlich gemacht haben. Wir wollten eigentlich ja den Top of the World Highway befahren, aber das war am Anfang unserer Reise nicht möglich, da die Fähre in Dawson nicht fuhr. ABER: Wir hatten Glück! Denn die Fähre fuhr wieder. Tatsächlich einen Tag bevor wir Dawson City erreichten, wurde das Boot ins Wasser gelassen. Nach unser Goldrausch Tour, haben wir uns dann dazu entschieden, mit unserem Yukon XL Van einmal den Top of the World Highway bis zur Grenze Alaskas zu fahren.

 

Noch eben etwas für’s Mittagessen geholt und ab ging die Fahrt. Die Überfahrt auf die andere Seite mit der Fähre, dauerte so circa 10 Minuten. Der Straßenname – Top of the World Highway – ist tatsächlich auch hier absolutes Programm. Man fährt wirklich at the Top of the World. Weiter oben geht einfach nicht. Die ganze Fahrt bis zur Grenze war einfach nur WOW! Ja wir sind wieder bei meinem Lieblingswort auf dieser Reise angekommen! Man hat eine tolle Aussicht einfach überall hin! An der Grenze zu Alaska steht das „Willkommensschild“ vom Yukon, wo wir natürlich erst einmal angehalten haben. #typicaltourist

 

Auf dem Rückweg haben wir auch noch an einem kleinen Hügel angehalten, von dem man eine wunderschöne 360 Grad View hatte. Hier haben wir noch ein paar Minuten länger Zeit verbracht, bevor es dann wieder ganz zurück nach Dawson ging.

Neben unseren View Point Stopp, haben wir auf dem Rückweg noch einmal angehalten. Denn wir haben einen neuen Freund gefunden, einen ganz flauschigen, netten Freund – Mr. Grizzly Bear!🐻 Ohja richtig gelesen! Wir haben einen GRIZZLYBÄREN gesichtet! 😍 Damit hatte einfach niemand gerechnet. Wir sind mehr oder weniger erst einmal fast an ihm vorbei gefahren.😂🤦🏼‍♀️ Langsam haben wir angehalten und noch einmal zurückgesetzt. Der Grizzly war quasi direkt am Straßenrand und spielte gerade mit einer Wurzel. Perfekt für uns! So konnten wir ihn super beobachten. Langsam haben wir das Fenster heruntergefahren und ein, zwei Fötölis  📷gemacht. Wahnsinn so ein Tier, so nah in freier Wildbahn zu sehen! Die sehen auch wirklich so flauschig aus und gar nicht so böse, wie sie sein können. Wir haben sogar ein Bild gemacht, da sieht es so aus als würde der Bär grinsen 😂

Eine Weile beobachteten wir den Grizzly, bis er anscheinend auch uns interessant fand. Er kam langsam, Schritt für Schritt auf uns zu. Kurz brach absolute Panik im Auto aus. Man stelle sich vor:

8 Weiber sitzen in einem Auto und sind sich am anschreien vor lauter Panik – „mach das Fenster zu“, “ Fahr los“ “ Nein bist du bekloppt, bleib stehen, ich möchte noch ein Foto machen“.  😂Worauf wir uns tatsächlich einigen konnten – und das ziemlich schnell – war, dass wir das Fenster wieder zugemacht haben. Die Fahrerin in diesem Fall Sina, entschied letztendlich auch stehen zu bleiben. Der Bär war in der Zwischenzeit direkt an unserem Auto und lief einmal am Kofferraum vorbei. Dadurch das wir am Anfang zurückgesetzt hatten, war noch die Rückfahrkamera an. Wir konnten den Bären also dabei beobachten, wie er am Auto schnüffelte!

Nach wenigen Minuten war das Interesse des Bären an uns aber wieder weg und er schlufte zurück zum Straßenrand. Ich kann euch sagen – kurz blieb uns allen das Herz stehen und sicher war das ein oder andere Tröpfchen weg 😂😅 Verständlich. Aber ein absolut einmaliges Erlebnis!

Unser Abendprogramm bestand darin, dass wir noch zusammen Essen gegangen sind und danach haben wir Diamond Tooth Gerties besucht. Diamont Tooth Gerties ist ein Entertainment Schuppen & ein Casino in einem. Hier haben – vor allem die Goldgräber zur damaligen Zeit – sehr viel Zeit verbracht und Geld ausgegeben. Jedes Mal, wenn man erfolgreich war und Gold gefunden hatte und man das Gefühl hatte man ist der reichste Mann auf Erden – verspielte man sein Geld in diesem Haus. Auch in der Winterzeit war das „the Place to go“ weil man hier alle Leute getroffen hat und im Winter – aufgrund des Wetters  – nicht sonderviel mehr zu tun hatte. Jeden Abend gibt es drei Shows, in der verschiedene Cancan – Tänze aufgeführt werden, unterstützt von Musik, Gesang und super erzählten Stories. Wirklich interessant!💃🏼

Mittwoch, 22.05.2019

 

Heute hieß es „Abschied nehmen“ von Dawson City!  Wir sind recht früh aufgestanden, haben noch lecker im Hotel gefrühstückt und sind dann noch zum Midnight Dome gefahren. Vom Midnight Dome hat man eine tolle Aussicht auf Dawson City. Übrigens sind wir gestern auch noch zu einem Aussichtspunkt gefahren – als wir vom Top of the World Highway kamen – von dem man auch eine tolle Sicht auf Dawson hat (nur von einer anderen Seite). Von beiden Aussichtspunkten kann man sehr gut die Schnittstelle erkennen, an der der Yukon River und der Klondike River zusammenführen. 

Nun stand uns wieder eine längere Autofahrt bevor. 🚗💨Über den Klondike Highway ging es zurück nach Whitehorse und wir machten dieses mal einen längeren Stopp an den Five Finger Rapids. Die Five Rapids sind Stromschnellen, die in der Goldrauschzeit von Bedeutung waren. Die Goldgräber nutzen den Klondike River als Verkehrsweg, um nach Dawson bzw. Alaska zu kommen. Diese Stromschnellen waren allerdings sehr gefährlich, weshalb viele Menschen nicht nur ihr Hab und Gut verloren haben und sondern auch ihr Leben.

Auf jeden Fall haben wir hier angehalten und unser Lunch – einen leckeren Sandwich – gegessen. Hier gibt es auch eine kleine Wanderungsmöglichkeit, um innerhalb von ca. 30 Minuten näher an die 5 Finger Rapids zu gelangen. Wir Mädels sind da dann ganz gemütlich hingewandert, während Holger oben auf uns gewartet hat.

In Whitehorse angekommen, erwartete uns dieses Mal ein anderes Hotel. Bei unserem ersten Hotel waren wir im Westmark Hotel untergebracht, ein Hotel mit recht tiefen Decken, schon etwas älter und so typisch Yukon like. Für die nächsten zwei Nächte haben wir in dem Coast High Country Inn übernachtet. Viel neuer, moderner, größer und schöner, wie ich finde. Ich hatte tatsächlich zwei Queen Size Betten in meinem Zimmer. In diesem Hotel haben sogar auch schon mal Prince Harry und Meghan übernachtet. 😋

In Whitehorse gibt es übrigens noch die Historic Site der SS Klondike. Mit diesem Schaufelraddampfer wurden früher Güter von Whitehorse nach Dawson City gebracht. Die SS Klondike haben wir uns bei unserem ersten Aufenthalt in Whitehorse schon einmal angeschaut, da habe ich es nur vergessen mit aufzunehmen. 

 

Witzige Story am Rande: Als wir uns die SS Klondike angeschaut haben, wurde – warum auch immer – der Feuerwehrmelder ausgelöst und es war unschwer zu überhören. Wir hatten alle keinen blassen Schimmer wie das passiert ist. Denn wir haben das Schiff noch nicht einmal betreten und es fing an, nachdem wir dort ankamen und schon eine Weile dort standen. Tobias von Epic North (der uns am Anfang auch zum Miles Canyon begleitet hat) hat dann kurzerhand die Feuerwehr gerufen. Die kamen auch nach ein paar Minuten vorgefahren. In der Zwischenzeit sind wir schon weiter zum Miles Canyon gefahren. Die Feuerwehr hat Tobias dann irgendwann zurückgerufen und teilte ihm mit, dass als sie ankamen nichts mehr zu hören war. Die haben wahrscheinlich gedacht, dass wäre ein Scherz gewesen. Aber wir waren ja mit 10 Leuten, die das hätten bezeugen können. Total komisch und unerklärlich für uns. Naja besser einmal zu viel angerufen, als das nachher alles abgebrannt ist.

Donnerstag, 23.05.2019

 

Nach dem Frühstück ging unser Programm der Tour auch schon weiter. Auf uns wartete ein weitere Supplier – Yukon Overlander. Er stellte uns sein Produkt vor. Und zwar: Einen Jeep mit einem Zelt auf dem Dach. Er zeigte uns, was sein Produkt, sein Wagen alles zu bieten hatte, wie man das Zelt aufbaut und so weiter. Echt eine coole Sache, um damit den Yukon zu erkunden. Neben den Jeeps, baut Yukon Overlander auch einen Transporter um in einen Van, den man als Wohn-& Schlafgelegenheit für eine Rundreise nutzen kann. Es ist einfach mal was anderes, als mit dem Wohnmobil durch den Yukon zu reisen.

 

Unsere nächsten Programmpunkt waren das MacBride Museum, eine kleine Site Inspection des Hotels Raven (welches eher noch eine Baustelle ist und man ohne Erklärung noch nicht erkennen konnte, wie es einmal aussehen wird) und wir fuhren noch den South Klondike Highway runter Richtung Carcross.

Auf dem Weg dahin hielten wir an dem Southern Lake Resort an. Hier hatten wir auch eine Site Inspection von dem ganzen Gelände und ebenfalls Lunch. Das Mittagessen war sehr sehr lecker, hier kann man wirklich gut auch ein paar Tage länger bleiben. 

 

Das Southern Lake Resort, liegt – wie der Name schon erkennen lässt – direkt an einem See. Die Unterkunft verfügt über unterschiedliche Cabins, für Familien und für Paare. Alle sind so gebaut, dass man den Blick auf den See hat und auch gut – im Winter  – die Northern Lights beobachten kann. Was auch hier sehr schön ist, die Ruhe die man hat. Man hört wirklich nur die Natur 😍

 

Weiter ging es nach Carcross. Hier haben wir nur ganz kurz einen Halt eingelegt, denn Holger wollte uns das kleine Örtchen zeigen. Von Carcross aus ist es nicht weit zur US – amerikanischen- kanadischen Grenze. In dem Ort gibt es auch einen Souvenir Store, der wirklich super überladen ist. 

 

Was ich am coolsten an dem Store fand, war, dass man sich dort einen Stempel – gegen einen Tip – in seinen Reisepass stempeln konnte. Auf dem Stempel war einmal ein Bär oder ein Moose abgebildet. 🐻

 Übrigens: In Carcross gibt es die kleinste Wüste der Welt. Echte Sanddünen entstanden hier aus den sandigen Sedimenten eines Eiszeitsees. 

 

Auf dem Rückweg nach Whitehorse sind wir noch an dem Benett Lake vorbei gefahren. Hier mussten wir trauriger Weise feststellen, dass es in diesem Jahr nicht viel Schnee im Yukon gab. Der See war sehr leer und  hatte nicht seine Ursprungsgröße. Wenn zu wenig Schnee gefallen ist, gibt es auch zu wenig Schnee der schmilzen kann und die Seen auffüllt. Sehr traurig…

 

Wir haben auch noch an dem Emerald Lake (Yukon) gehalten. Dieser See ist tatsächlich sehr bekannt für seine wunderschöne Farbe. „Leider“ war das Wetter an diesem Tag nicht sooo gut – zumindest war die Sonne nicht so schön draußen –  sodass das Sonnenlicht die tolle Farbe wiedergespiegelt hat. Aber ich fand es trotzdem schön! 😍

Nun ging es wirklich zurück nach Whitehorse. Wir haben unseren letzten Abend noch ganz gemütlich ausklingen lassen und sind mit allen noch etwas essen gegangen. Für alle ging es am nächsten Morgen früh entweder nach Hause oder zu einem anderen Ort in Canada. Mehrere von unserer Truppe flogen am nächsten Tag Richtung Toronto, da dort die Rendevouz (Messe für Tourism) stattfand. Ich allerdings bin wieder nach Hause geflogen. 

 

Freitag, 24.05.2019

 

Um 04:00 Uhr morgens Whitehorse Zeit ging es zum Flughafen und um 06:00 Uhr hieß es „Byebye beautiful Yukon“! Auf dem Rückweg hatte ich mehrere Zwischenstopps. In Vancouver, Montreal und dann am 25.05.2019 um 08:10 bin ich wieder heil in Frankfurt am Flughafen angekommen! So schnell war die Woche dann auch schon wieder vorbei!.

 

Wahsinn, einfach nur wahnsinn, wie viel ich in dieser Woche erlebt habe. Ich bin unglaublich hin und weg von der ganzen Tour, von der wunderschönen Natur des Yukon’s! Absolut eine Reise wert und es war nicht das letzte Mal das ich dort war. See you soon! 🇨🇦❤️ 

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